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Recensione a: V. Masutti, La Zecca dei Patriarchi di Aquileia. Uomini ed eventi dell’ultimo ventennio (1400-1420).
Bis das Friaul von der Republik Venedig erobert wurde, regierten die Patriarchen von Aquileia den größten Teil davon als souveräne Herrscher, und selbstver-ständlich ließen sie Münzen schlagen. Das war früher in Cividale geschehen, dem alten Hauptort, doch während der letzten Zeit in Udine, wo sich längst ja auch die bevorzugte Residenz des Kirchenfürsten befand. Die Vf. hat nun aus den dortigen Notarsregistern die Einträge rait Bezug auf die Münzpragung gesammelt und legt sie im vollen Text vor. Aus den letzten zwei Jahrzehnten des Patriarchenstaates haben sich 186 Aufzeichnungen erhalten. Sie doku-mentieren die regelrnäßige Qualitätskontrolle der Produktion: Zusammen mit einem Notar und Zeugen begibt sich der fachkundige Vertrauensmann des Patriarchen zum Pächter der Münze und untersucht die ihm vorgelegte Menge von Münzen nach Gewicht und Feinheit - meist silberne, deren Bezeichnung soldus oder denarius wechselt, nur selten parvi (piccoli oder bagattini) in einer Kupferlegierung. So bieten die Texte nicht eben viel Abwechslung im Inhalt und in den Formulierungen. Interessant aber sind die beteiligten Perso-nen. Das ist zuerst der fachkundige Repräsentant des Fürsten, bis 1417 der aurifex Meister Domenico Brunacci, der diese Funktion insgesamt wahrend eines halben Jahrhunderts ausgeiibt hat, bezeichnet als officiates des Herr-schers, zuweilen mit einem erlauternden Zusatz wie super sacio monete fiende. Das ist aber wohl doch nicht als feststehender, spezifischer Titel zu verstehen, denn spater nennt ihn derselbe Notar auch etwa homo deputatus ad probandum sacium monete prefati domini nostri, deputatus super sazio monete, m,agister deputatus ad probandum monetam oder sogar iudex, und beim Nachfolger Pietro dalle Serrature da Spilimbergo kann das zu magister sazii monete umgestaltet werden. Tätig wird der Spezialist unter der Aufsicht eines vom Patriarchen eigens eingesetzten custos, dem Inhaber des custodie ojficium; drei verschiedene werden in den Prüfungsprotokollen erwähnt, doch fehlen die Namen in denjenigen aus der Zeit 1400-1403 und 1406-1412 völlig. Unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt waren selbstverständlich die Pächter am wichtigsten. Im betrachteten Zeitraum gab es nur drei, die be-zeichnenderweise alle aus der Toskana eingewandert waren oder doch aus ehemals toskanischer Familie stammten. Sie werden sich nicht selbst die Hande schmutzig gemacht haben, viehnehr wird aus sonstigen Zeugnissen ihr eigentlicher Beruf als Kaufmann oder Bankier deutlich. Aber auch die Handwerker, die unter ihnen arbeiteten, waren in erheblicher Menge Toska-ner. Dies alles wird bekannt, da die Vf. in ihrer ausführlichen Einleitung eine Fülle von Material zur Biographie der handelnden Personen zusammenstellt und auf diese Weise dem Leser eindrucksvolle Aspekte aus dem Wirtschaftsle-ben des Friaul zu Beginn des 15. Jh. vor Augen fuhrt. Acht die Munze betref-fende Anweisungen aus dem erhaltenen Register des Patriarchen Antonio Caetani (1395-1402), deren Text anhangsweise beigegeben ist, runden das Bild: So erhält man einen treffhchen Eindruck davon, wie in einem relativ kleinen Staat des späteren Mittelalters mit dem Münzwesen, stets als wichti-ges Attribut von Souveränität angesehen, umgegangen worden ist.
D.G.
Fonte: "D. Historisches Institut", LXXXII (2002)
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